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iPad-Einbruch: Ist der Tablet-Hype schon vorbei?

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Apple-Mitarbeiterin im Apple Store in New York mit iPads.

Zwei Zahlen stechen beim Apple-Quartalsergebnis hervor: die iPhone-Verkäufe lagen deutlich über den Erwartungen und die iPad-Verkäufe deutlich darunter. Analysten hatten mit 37,3 Millionen verkauften iPhones und 19,7 Millionen iPads gerechnet. Stattdessen wurden es 6 Millionen iPhones mehr und über als 3 Millionen iPads weniger. Der iPad-Umsatz sank im Jahresvergleich um  satte 34 Prozent auf 7,61 Milliarden US-Dollar. Schon die Analysten war meist von einem Rückgang der iPad-Verkäufe ausgegangen – doch sie schätzten ihn weniger drastisch ein.

Flacht der Tablet-Hype damit schon wieder ab? Tatsache ist, dass Smartphones mit ihrer Tendenz zu immer größeren Bildschirmen, dem sich auch Apple letztlich nicht entziehen konnte, in der Nutzbarkeit näher an Tablets herangerückt sind. Auf der anderen Seite der Technik ist von einer „Post-PC-Ära“, die der verstorbene Ex-Apple-Chef Steve Jobs vorhergesagt hat, bislang weit und breit nichts zu sehen. Alltagstests zeigen, dass das Tablet den PC bei zahlreichen gebräuchlichen PC-Aufgaben nicht ersetzen kann – auch wenn das Gerät noch so schnell wird. Jeder, der gerne mit mehreren Programmfenstern parallel arbeitet oder viel mit Kopieren und Ausschneiden beschäftigt ist, weiß, wovon die Rede ist.

Ein Grund zum Jubeln für die PC-Branche?

Doch kann die PC-Branche über rückläufige iPad-Verkaufszahlen jubeln? Apple-Kenner und Wagniskapitalgeber Benedict Evans bezweifelt das: „Verlangsamte iPad-Verkäufe sind eine noch schlechtere Nachricht für den PC-Markt: Das weist darauf hin, dass Smartphones einen noch größeren Anteil der Einsatzzwecke des PCs übernehmen können“, schreibt er auf Twitter.

Der französische Unternehmer Jean-Louis Gassée, von 1981 bis 1990 für Apple tätig, hat schon vor den Quartalszahlen in seinem Blog auf die wahrscheinlich enttäuschenden iPad-Verkäufe hingewiesen. „Die Flaute bei den iPad-Verkäufen  holt einen aus meiner Sicht auf den Boden der Tatsachen zurück und macht bewusst, dass das iPad noch lange nicht soweit ist, den PC zu ersetzen“ schreibt Gassée.

„Vielleicht haben wir die Rolle von Tablets überschätzt und die von Telefonen unterschätzt“, schreibt selbst der bekannte Apple-Blogger John Gruber.

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Kommentare (1 aus 1)

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    • [...] Aktionäre wie Milliardär Carl Icahn in Schach zu halten. handelsblatt.com, wiwo.de, nzz.ch, wsj.de (beide iPad-Umsatzeinbruch), digitimes.com via mobilegeeks.de (Hintergrund sinkender [...]

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