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Wie das Netz die Wirtschaft verändert

Die Geschichte der iBooks

AllThingsD

Apple-Mitgründer Steve Jobs war eigentlich gegen einen Eintritt seines Unternehmens in den E-Book-Markt, wegen dem sich der US-Technologiegigant derzeit in New York in einem Kartellprozess verantworten muss. Apples Chef für Internetsoftware und –dienste, Eddy Cue, erklärte während der Anhörung, dass Jobs die Idee eines digitalen Buchgeschäfts im Herbst 2009 zunächst abgelehnt habe, als Cue ihn darauf ansprach.

„Er hatte kein Interesse“, erinnert sich Cue. „Steve war nie der Meinung, dass der Mac oder das iPhone die richtigen Geräte zum Lesen sind. Beim Telefon war der Bildschirm kleiner und beim Mac hatte man die Tastatur und das Gerät. Es fühlte sich nicht wie ein Buch an.“

Aber als der Start des iPads immer näher kam, wandte sich Cue noch einmal mit seiner Idee an Jobs. Und der ließ sich umstimmen.

„…Als ich zum ersten Mal die Gelegenheit bekam, ein iPad in die Hand zu nehmen, war ich sofort überzeugt, dass wir daraus den besten E-Reader bauen könnten, der je auf den Markt gekommen ist“, sagte Cue. „Also bin ich zu Steve gegangen und habe ihm erklärt, warum ich der Meinung war, dass [das iPad] ein großartiges Gerät für E-Books sein würde. …nach einigen Diskussionen kam er auf mich zurück und sagte, ‚weißt du was, ich glaube du hast recht‘. Dann kam er mit jeder Menge Ideen, was er alles damit machen wollte und wie es noch besser als Lesegerät mit Einkaufsmöglichkeit wäre.“

Das war der „gute Teil“, berichtete Cue. Daraufhin wandte man sich bei Apple an die Verlage und führte Verhandlungen über den Verkauf von Buchtiteln. Aber es gab auch den „schlechten Teil“: Der Zeitpunkt.

„Das war im November“, sagte Cue. „Wir wollten das iPad im Januar herausbringen. Also sagte Steve: ‚Du kannst das machen. Aber du musst bis Januar fertig sein. …Ich möchte es auf der Bühne präsentieren können‘. Das war also die Herausforderung, der ich mich gegenüber sah“, berichtete Cue.

Cue nahm die Herausforderung an. Nicht nur für sich selbst und für das Unternehmen, dem sich dadurch neue Einnahmequellen eröffneten. Sondern auch für Jobs, mit dessen Gesundheit es damals schon deutlich bergab ging.

„Steve stand kurz vor dem Ende seines Lebens, als wir das iPad vorstellten. Und er war sehr stolz auf das Gerät“, sagte Cue. „Er hat hart daran gearbeitet. Ich war der Meinung, dass iBooks ein wichtiges Feature des fertigen Produkts sein würde. Die Menschen würden es lieben. Unsere Kunden würden uns das iPad und iBooks aus den Händen reißen. Ich wollte alles rechtzeitig zur Präsentation fertig haben. Denn für Steve war es wirklich wichtig. …Ich mag es, wenn die Arbeit fertig wird. Und ich bin stolz darauf, erfolgreich zu sein. Aber das war für mich besonders wichtig.“

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    Die Autoren:

    Stephan DörnerStephan Dörner
    Jörgen CamrathJörgen Camrath
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