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Wie das Netz die Wirtschaft verändert

Nokia kann noch billiger


Während solche Geräte Nokia einst zum Handykönig aufstiegen ließen, bekommt die Krone zunehmend Kratzer, da Kunden in Schwellenländern zunehmend zu günstigen Android-Smartphones greifen, die für rund 100 Dollar zu haben sind.

BARCELONA – Nokia-Chef Stephen Elop hat den bislang deutlichsten Hinweis darauf gegeben, dass der finnische Konzern an billigeren Windows-Phone-Geräten arbeitet, deren  Preis noch unter dem des gerade vorgestellten Lumia 520 liegen wird.

Auch wenn Elop sich zu dem Thema nicht explizit äußern wollte, dementierte er nicht, dass das am Montag vorgestellten Lumia 520 für 139 Euro nicht das günstigste Windows-Smartphone von Nokia bleiben wird. Gefragt nach anderen Low-End-Geräten sagte Elop lediglich: „Es gibt 2013 noch viel Spannendes.“

Elop präsentierte auf dem Mobile World Congress (MWC) in Barcelona vier neue Geräte – zwei davon im Low-End-Bereich und zwei Lumia-Smartphones – das Einsteigermodell 620 und das Mittelklassenmodell 720.

Die Billig-Telefone erzielten dabei die meiste Aufmerksamkeit, insbesondere die Präsentation eines 15-Euro-Telefons. Das neue Handy ersetzt das Nokia 1280, das mehr als 100 Millionen Mal verkauft wurde.

Als Nokia im Oktober 2011 die ersten Lumia-Geräte auf den Markt brachte, brachten die Finnen zeitgleich eine Reihe günstiger Handys unter dem Namen Asha heraus, die auf Schwellenländer zielten. Die Handys können Ähnliches wie Smartphones, halten aber bei der Leistung nicht mit. Nokia-Chef Elop führte auf der Mobil-Messe in Barcelona aus, dass es für Anwender leichter werden soll, von Asha-Geräten auf die echten Smartphones der Lumia-Reihe mit Microsofts Betriebssystem Windows Phone 8 umzusteigen.

Nokia behauptet, dass es der Druck des Handyherstellers gewesen sei, der Microsoft davon überzeugt hat, die Anforderungen von Windows Phone zu senken. Die niedrigeren Hardware-Spezifikationen erlaubten Nokia, das System auch in den traditionellen Märkten des Konzerns zu nutzen.

Laut Elop gab es keinen Strategiewechsel von Nokia. Die Einführung von günstigeren Geräten sei auch keine Reaktion auf schlechte Verkaufszahlen der Lumia-Geräte. Dem Nokia-Chef zufolge wurden bisher 14 bis 15 Millionen Geräte der Reihe verkauft.

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