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Wie das Netz die Wirtschaft verändert

Sonys Playstation 4 bleibt ein Geheimnis

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Das Logo der neuen Playstation. Wie die Konsole jedoch aussieht, weiß noch keiner.

Die Spielkonsole der nächsten Generation ist endlich da. Nur leider kann man sie noch nicht sehen. Wie erwartet hat Sony in der Nacht zu Donnerstag in New York die Playstation 4 vorgestellt, das neueste Gerät in der Welt der Unterhaltungselektronik. Der Vorab-Hype war groß, die Erwartungen auch. Am Ende aber zeigte Sony die neue Konsole gar nicht. Kein Preis, kein Design. Nicht mal ein Erscheinungsdatum wurde genannt. Nur ganz kurz war zum Ende der zweistündigen Präsentation von „Holiday 2013″ die Rede, womit wohl die Weihnachtsferien gemeint sind.

Was Spielefans längst wissen: Die PS4 wird von einem Prozessor mit x86-Architektur von AMD angetrieben, der über acht Kerne verfügt. Insgesamt acht Gigabyte Arbeitsspeicher stehen für CPU und Grafik zur Verfügung. Ein zweiter Chip zur Bearbeitung von Hintergrundprozessen soll die neue Konsole noch schneller machen.

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Mark Cerny, der Systementwickler der Playstation 4, zeigt den neuen Controller.

Gesteuert wird die Playstation 4 mit dem neuen Dualshock 4 Controller, von dem schon vor der offiziellen Präsentation Bilder im Netz aufgetaucht waren. Die Kontrolleinheit verfügt über ein Touchpad und kann per 3D-Kamera erfasst werden. Neu ist, dass die Spieler nun kleine Ausschnitte aus einem Spiel „ausschneiden” und Freunden als Videoclip über soziale Netzwerke zuschicken können.

Fünf Jahre hat Sony nach eigenen Angaben an der neuen Konsole gearbeitet. Und innovativ ist an dem Gerät, dass Nutzer damit künftig in der Cloud spielen können. Dave Perry, der Mitbegründer und Chef des IT-Dienstleisters Gaikai, sprach während der Präsentation darüber, wie stark Gaikai an der neuen Playstation mitgewirkt hat. Gaikai wurde im vergangenen Jahr von Sony gekauft und hat sich auf Spiele in der Wolke spezialisiert. Käufer der Playstation 4 sollen einige Spiele zunächst ausprobieren können, bevor sie bezahlen müssen.

Ein bisschen enttäuschend: Für die Playstation 3 entwickelte Spiele werden nicht auf der neuen Konsole laufen. Auf sie muss darum über die Wolke zugegriffen werden.

„Das Wohnzimmer ist nicht länger das Zentrum des Playstation-Universums”

Andrew House, Sonys Präsident und Chef der Sparte Sony Computer Entertainment

Sony zeigte während der Präsentation, dass neue Spiele auch auf der mobilen Spielkonsole PS Vita laufen können, die schon Ende  2011 auf den Markt kam. Diese Strategie könnte ein Versuch sein, die nicht gerade berauschenden Verkaufszahlen der Vita anzukurbeln.

Die Branchenlage ist schwierig, die traditionelle Spielindustrie leidet unter rückläufigen Umsatzzahlen. Weil es immer mehr kostenlose Onlinespiele gibt und sich große Hersteller wie Sony, Nintendo und Microsoft mit neuen Produkten viele Jahre Zeit lassen, hinterfragen einige Branchenbeobachter den Sinn und Zweck von Konsolen in der heutigen Zeit.

Sony hat das Vorgängermodell Playstation 3 bis heute mehr als 70 Millionen Mal verkauft. Das Unternehmen spricht von mehr als 110 Millionen Mitgliedern in seinem Playstation-Netzwerk. Allerdings erlitt der Konzern vor zwei Jahren einen großen Rückschlag. Hacker knackten mehr als 77 Millionen Nutzerkonten und der japanische Konzern musste den Dienst vorübergehend abschalten. Der Angriff kostete Sony nach eigenen Angaben 171 Millionen US-Dollar.

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