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Wie das Netz die Wirtschaft verändert

Das One: HTC stellt neues Smartphone vor

Und da dachten alle, Spaß gäbe es nur auf dem Mobile World Congress in Barcelona…

In New York hat der taiwanesische Mobiltelefonhersteller HTC am Dienstag sein neues Flaggschiff-Smartphone, das HTC One vorgestellt. Wie zuvor bereits spekuliert worden war, arbeitet im Inneren des Geräts der neue Snapdragon 600-Prozessor mit vier Kernen und 1,7 GHz Taktfrequenz. Dazu gibt es zwei GB Arbeitsspeicher und 32 GB internen Speicher (in den USA auch 64 GB). Beim Betriebssystem verlässt sich HTC auch weiterhin auf Google. Android 4.1.2 steht bereit – bis das Smartphone in den Handel kommt könnte auch noch ein Update auf 4.2 erfolgen. Das Display ist 4,7 Zoll groß, verfügt über eine Auflösung von 468 Pixel pro Zoll und wird von extrem stabilem Gorilla Glass geschützt. Ungewöhnlich für ein Mobiltelefon: Die Lautsprecher sind nach vorne gerichtet.

Bei der Präsentation war zu erkennen, dass HTC die Nutzeroberfläche – bekannt als HTC Sense – überarbeitet hat. Das neue One verfügt nun über eine Funktion namens „Blink Feed“. Damit verwandelt sich der Startbildschirm in eine Mitteilungszentrale, in der ständig die neuesten Updates aus sozialen Netzwerken, eingegangene E-Mails und Nachrichten angezeigt werden. Auch Inhalte des Sportsenders ESPN sollen dank einer neuen Partnerschaft zur Verfügung stehen.

Viel Zeit widmete HTC bei der Vorstellung des neuen Smartphones der „UltraPixel“-Kamera. UltraPixel bedeute, dass die einzelnen Pixel größer seien, erklärte das Unternehmen und versuchte wieder einmal die Legende von „Je mehr Megapixel, desto besser“ zu zerstreuen. Stattdessen käme es auf die Größe der einzelnen Pixel an. Darum beschreitet das Unternehmen einen ungewöhnlichen Weg. Nur vier Megapixel löst das neue HTC-Flaggschiff aus. Dabei ist die Fläche des Bildsensors vergleichbar groß wie bei Konkurrenzsmartphones mit bis zu 13 Megapixeln. Ob sich diese Entscheidung auszahlen wird, muss sich erst noch zeigen. In ersten Tests werden die Bilder jedoch gelobt. Das One verfügt außerdem über verschiedene Kamera-Modi und soll – dank „UltraPixel“ – bei wenig Licht bessere Fotos als der Vorgänger machen können. Auch ein Videoschnittprogramm mit Namen „Zoe“ haben die Macher dem Gerät spendiert.

Das HTC One soll ab Mitte März auch in Deutschland in den Handel kommen. Die unverbindliche Preisempfehlung liegt bei 679 Euro. In den USA werden AT&T, Sprint und T-Mobile das Gerät anbieten, in Deutschland sind alle großen Mobilfunkanbieter im Boot.

HTC-Präsident Jason Mackenzie sagte, man erhoffe sich viel vom neuen Smartphone: „Das sind nicht einfach nur ein paar grundlegende Verbesserungen.“ Vielmehr wolle man das Angebot von HTC auf ein neues Level heben.

Und tatsächlich steht für HTC einiges auf dem Spiel. Nachdem das Unternehmen zu Beginn schnell Erfolge mit dem Android-Betriebssystem von Google feiern konnte, wurde es bald von der Konkurrenz aus Südkorea überholt. Mittlerweile dominiert Samsung den Markt, HTC hat eine Außenseiterrolle.

Laut einer Analyse von Gartner Research ist der weltweite Marktanteil von HTC im vergangenen Jahr auf 4,7 Prozent gefallen. 2011 waren es noch 9,1 Prozent. An der Spitze liegt Samsung mit nun 30,3 Prozent vor Apple und Nokia.

 

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