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Wie das Netz die Wirtschaft verändert

Axel Springer lockt Start-ups nach Berlin

Wirtschaftsminister Philipp Rösler spricht bei seinem Besuch im Silicon Valley mit Barbara Holzapfel von SAP Labs North America.

Der deutsche Axel-Springer-Verlag hat mit dem kalifornischen Start-up-Accelerator Plug and Play Tech Center eine Partnerschaft geschlossen, um deutsche und europäische Start-ups zu fördern. Axel Springer Plug and Play soll Start-ups in der Frühphase mit Startkapital, Büros und Beratung unterstützen. Erst kurz zuvor hatte auch der Medienkonzern Pro-Sieben-Sat1 mit Sevenventures einen Accelerator für Medien-Start-ups gegründet.

Die Unterzeichnung beider Unternehmen im Silicon Valley wurde durch die Anwesenheit von Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) prominent begleitet. Die Start-ups sollen durch das Programm im Austausch für eine Beteiligung von fünf Prozent zwischen 10.000 und 50.000 Euro, Büroräume in Berlin und eine Beratung über einen Zeitraum von drei bis sechs Monaten erhalten.
Das Modell Start-up Accelerators Plug and Play wurde nach dem US-Vorbild Y Combinator aufgebaut. Die Wachstumsbeschleuniger kümmern sich in der Frühphase eines Start-ups um ein intensives Training für das Management und um Ressourcen, die das Unternehmen für schnelleres Wachstum benötigt.

Kapitalgeber setzen auf deutsche Start-ups

Insgesamt hat sich die Finanzierungssituation für deutsche Start-ups im europäischen Vergleich zuletzt rosig entwickelt. Nach der jüngsten Analyse von Dow Jones Venturesource konnten britische Start-up-Unternehmen 2012 in 295 Abschlüssen insgesamt 1,4 Milliarden Euro einnehmen. Auf dem zweiten Platz landete Deutschland mit 189 Abschlüssen, bei denen Wagniskapital in Höhe von 822 Millionen Euro eingesammelt wurde.

Während in Großbritannien allerdings wie insgesamt im europäischen Vergleich die Summe des Risikokapitals stark zurückging, geht es in Deutschland aufwärts. In Großbritannien ging die Summe um fünf Prozent und die Zahl der Abschlüsse um zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahr zurück. In Deutschland dagegen stieg die investierte Summe im Vergleich zu 2011 um satte 48 Prozent, die Zahl der Abschlüsse nahm um 16 Prozent zu.

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