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Wie das Netz die Wirtschaft verändert

Russen überholen Microsoft bei der Websuche

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Microsoft-Kampagne gegen Google.

Die russische Websuche Yandex ist laut Internet-Analyse-Unternehmen Comscore bei der Zahl der weltweiten eingebenden Suchanfragen an Microsofts Websuche Bing knapp vorbeigezogen. Demnach bearbeitete die Microsoft-Seite im Zeitraum von November bis Dezember 2012 4,477 Milliarden Suchanfragen, Yandex 4,844 Milliarden. Das berichtet das Fachblog Search Engine Watch. Die Zahl der Microsoft-Abfragen setzt sich sowohl aus der Websuchmaschine Bing zusammen (92 Prozent der Microsoft-Abfragen) als auch aus Suchabfragen anderer Microsoft-Websites.

Beide sind natürlich weit entfernt von den Dimensionen, in denen sich Google bewegt. Im selben Zeitraum beantwortete die Websuche des Marktführers nach der Comscore-Schätzung 114,73 Milliarden Anfragen. Das entspricht einem weltweiten Marktanteil von 65,2 Prozent.

Auf dem zweiten Platz behauptet sich schon mehrere Jahre der chinesische Google-Klon Baidu mit 14,5 Milliarden Suchabfragen (weltweiter Marktanteil 8,2 Prozent), Yahoo folgt mit 8,63 Milliarden (4,9 Prozent) auf dem dritten Platz. Die US-Suchmaschine Yahoo ist vor allem in Japan besonders stark.

Der Grund, warum Yandex Microsoft überrundet hat, liegt aber weniger an der Schwäche Microsofts, als vielmehr am Wachstum des russischen Marktes, analysiert das Blog. Prozentual ist der Anteil von Suchen, die auf Websites von Google und Yahoo (jeweils weltweit minus vier Prozent) durchgeführt wurden sogar stärker zurückgegangen als der Anteil Microsofts (weltweit minus drei Prozent).

Dahinter verbirgt sich vielmehr eine Verschiebung der Internetnutzung in Richtung Schwellenländer. Laut Daten des Marktforschungsunternehmens E-Marketer ist der Anteil der russischen Bevölkerung mit Internetanschluss innerhalb von nur einem Jahr von 44,7 auf 63,8 Prozent gestiegen. Unterdessen ist die Zahl der Suchanfragen laut Comscore in den USA leicht zurückgegangen.

Unabhängig von den von Comscore ermittelten Daten ist, was die Suchmaschinen-Anbieter verdienen. Ein typischer  US-amerikanischer Nutzer beispielswiese bringt deutlich höhere Online-Werbeinnahmen als ein  chinesischer oder russischer Nutzer. Auch lassen sich die Zahlen durchaus anders interpretieren. So könnten beispielsweise Russen bei Yandex auch einfach häufiger suchen, bis sie das gewünschte Ergebnis angezeigt bekommen.

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