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Wie das Netz die Wirtschaft verändert

Deutschsprachige IT-Manager sind “Big Data”-Muffel

dapd
Messebesucher der Cebit 2012. Das Thema IT-Sicherheit ist IT-Managern in Deutschland, Österreich und der Schweiz im internationalen Vergleich besonders wichtig.

2013 steht die Wirtschaftlichkeit bei IT-Verantwortlichen aus dem deutschsprachigen Raum im Mittelpunkt. Das geht aus einer aktuellen Studie der von Capgemini hervor. Die Unternehmensberatung hat dazu im September und Oktober IT-Verantwortliche von 168 Großunternehmen aus dem deutschsprachigen Raum befragt. Die CIOs (Chief Information Officers) wollen demnach vor allem schneller reagieren können und nehmen dazu auch Einschränkungen bei der langfristigen Planung in Kauf, lautet ein zentraler Befund der Studie.

Interessant ist, was die deutschsprachigen Manager als Zukunftsthemen sehen – und vor allem was nicht. Für die Zukunftssicherung ihrer Organisationen nannten die IT-Manager erneut Virtualisierung, Master Data und Data Quality Management sowie die Integration von Standard- und Individualsoftware als wichtig.

IT-Verantwortliche halten BYOD  und Big Data für weniger wichtig

Den Hype um die Themen Big Data und Bring Your Own Device (BYOD) – die Nutzung privater Geräte wie Laptops, Smartphones und Tablets im Unternehmensnetzwerk – haben dagegen bei den IT-Verantwortlichen keine hohe Priorität. Beide Themen spielen auf Fachkongressen und in einschlägigen Publikationen eine große Rolle. Befragt nach der Bedeutung für die Zukunftssicherung des Unternehmens kam BYOD auf einen Wert von 3,8, wobei die Skala von 1 (sehr wichtig) bis 6 (unwichtig) reicht. Das ist gegenüber dem Wert 3,6 vom Vorjahr nur eine leichte Steigerung.  Big Data erreichte dabei immerhin einen Wert von 2,9 – musste sich aber anderen Themen geschlagen geben. 2012 wurde diese Kategorie noch nicht abgefragt. Im Bereich der mobilen Computernutzung waren den IT-Managern Themen wie die Entwicklung eigener Apps und Sicherheitsaspekte wichtiger als die Nutzung privater Geräte im Unternehmensnetzwerk.

„Es scheint, als ob die traditionell sehr sicherheitsbewussten CIO im deutschsprachigen Raum dem internationalen Hype um BYOD sehr skeptisch gegenüberstehen“, schreibt Capgemini. „Denn aus CIO-Sicht bereitet die Freiheit, mit seinem eigenen Endgerät arbeiten zu können, in erster Linie Sicherheits- und Supportprobleme.“ Außerdem seien Lizenz- und steuerrechtliche Fragen nicht zufriedenstellend geklärt. Die immer günstigere Smartphone-Technik spreche sogar eher gegen den Trend: Weil Smartphones und Tablet-PCs immer preiswerter würden, könne es sich lohnen, jeden interessierten Mitarbeiter mit einem standardisierten firmeneigenen Gerät auszustatten, anstatt den Support für verschiedene Plattformen und Hersteller aufzubauen.

IT-Effizienz und Stabilität der IT-Dienste sind wichtig

Besonders wichtig waren den CIO dagegen eine Verbesserung der IT-Effizienz (51,8 Prozent), die Stabilität der IT-Dienste (35,7 Prozent) und Kostensenkungen (35,1 Prozent). Weiterhin zeigte die Erhebung, dass immer noch ein erheblicher Teil der Technikverantwortlichen – nämlich 30 Prozent – selten oder nie an Sitzungen des Unternehmensvorstands teilnehmen.

Die IT-Budgets werden der Erhebung zufolge 2013 trotz der sich abkühlenden Konjunktur leicht ansteigen. 41 Prozent der von Capgemini im Rahmen der jährlichen IT-Trends-Studie befragten IT-Verantwortlichen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz gehen davon aus, dass ihnen im Jahr 2013 mehr Geld zur Verfügung steht als 2012 – im Vorjahr waren es 38 Prozent. Besonders in Deutschland (43,5 Prozent) und Österreich (45,2 Prozent) gehen die IT-Manager von steigenden Budgets aus – in der Schweiz rechneten nur 22,2 Prozent damit.

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