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Microsofts fauler Tablet-Kompromiss

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dapd

Microsofts Versuch, auf den Tablet-Markt vorzustoßen, wird von einem faulen Kompromiss begleitet: Ein Betriebssystem namens Windows 8 soll die Antwort auf alles sein. Das hat sich schon bei der Benutzeroberfläche als fatal bewiesen. Windows 8 ist weder Fisch noch Fleisch – weder optimal für den Tablet-Einsatz und noch weniger für den Desktop geeignet. Das liegt daran, dass Microsoft versucht, zwei völlig verschiedene Bedienkonzepte unter einen Hut zu bringen – Maus und Tastatur auf der einen und die Fingersteuerung der Tablets auf der anderen Seite.

Doch der faule Kompromiss wird auch noch an anderer Stelle deutlich: beim nutzbaren Speicher. Inzwischen hat Microsoft einen Bericht des Blogs “The Verge” gegenüber verschiedenen Medien bestätigt, nachdem beim angekündigten Tablet Surface Pro ein Großteil des Speichers durch das System belegt wird. Die Pro-Version ist das Tablet-Modell von Microsoft, auf dem dank Intel-Prozessor auch klassische Windows-Software lauffähig ist.

Von 64 Gigabyte Speicher bleiben 23 für den Anwender

Von der 64-Gigabyte-Version des Tablets bleiben dem Nutzer so nur magere 23 Gigabyte für Daten und Apps. Windows 8 ist, so wie es Microsoft einsetzt, ein System, das überall überzeugen muss – vom Hochleitsungsserver über den Desktop-PC bis zum Tablet. Damit schleppt es eine ganze Reihe Ballast mit, den auf dem Tablet niemand braucht. Schon bei Microsofts Surface ohne den Zusatz “Pro” war die geringe nutzbare Speichermenge aufgefallen, ebenso wie bei anderen Tablets für Windows 8 wie dem Yoga-PC von Lenovo. Beim teureren Surface-Modell mit 128 Gigabyte Flashspeicher ist das Verhältnis immerhin nicht ganz so unausgeglichen – hier bleiben 83 Gigabyte übrig.

Beim iPad ist ein Großteil des Speichers nutzbar

Beim iPad ist das anders. Weil Apple das eigene, speziell angepasste mobile Betriebssystem iOS einsetzt, können Apple-Nutzer fast den gesamten vorhandenen Speicher nutzen. Das System benötigt nur etwas mehr als ein Gigabyte der Speicherausstattung, die bei Apples iPads von 16 bis 128 Gigabyte reicht.

Im Grunde hätte Microsoft aus der Vergangenheit lernen können: Schon um die Jahrtausendwende pries der damalige Vorstandschef Bill Gates Tablet-PCs als die Zukunft und stellte mit Hardware-Partnern Modelle vor, die allesamt auf dem Markt scheiterten. Neben den der damaligen Technik geschuldeten Defiziten wie klobigen Formen und kurzen Akkulaufzeiten konnte vor allem das Bedienkonzept in Kombination mit klassischer Windows-Software nicht überzeugen. Erst als Apple 2007 mit dem iPhone und 2010 mit dem iPad alle alten Zöpfe abschnitt und das Mobile Computing als völlige neue Art Computer zu benutzen erkannte, gelang dem Konzept der Durchbruch.

Wenn sich die Geschichte der Windows-Desaster wiederholt, wird Microsoft wie bei Windows Vista seine Fehler erkennen und mit Windows 9 alles besser machen. Dann gäbe es künftig zwei Windows-Versionen – eine für Tablets und Smartphones und eine für des Desktop-PC. Die Nutzer würden es Microsoft danken.

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Kommentare (5 aus 8)

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    • btw. "Ich persönlich finde diese Art der Speichererweiterung allerdings nicht besonders bequem"

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      Da kann der Speicher auch in der Tasche bleiben. Unbequem sieht anders aus.

    • Also, Schwächen hin, Schwächen her, ich bin Microsoft dankbar für den Spagat, welchen Sie versuchen. Und ich hoffe, das er gelingt. Ich mag die Handlichkeit von Tablets sowohl in der Freizeit, wie auch im Büro.

      Das iPad leistet hierbei gute Dienste, aber es kommt einfach nicht über den Status des Medien konsumierens und präsentierens hinaus. Warum? Weil es einfach die professionellen Anwendungen des Büroalltags nicht anbieten kann (Ingenieuralltag). Es gibt für viele dieser Anwendungen Apps die ähnlich gut sind? Mag sein, aber habe ich weder Zeit noch Lust diese nur des iPads wegen in meinen Workflow einzubinden.

      Mit i5 und i7, mit Intel Grafik und HDMI Ausgang, wird das Win8 Tablet an einem 24 Zoll Screen fast zum Desktopersatz. Zumindest kann es locker dem Vergleich mit Ultrabooks und Desktops der mittleren Preisklasse standhalten. Das iPad kann nicht, was der Mac Mini kann.

      Früher hatte man zwei Geräte im Gepäck. Telefon und Laptop. Heute oftmals drei. Wenn ich durch Microsoft daraus wieder zwei machen kann. Sehr gut. Da nehme ich auch externen Speicher in kauf. In Zeiten von 1TB und 2TB externen Festplatten im 2.5 Zoll Formfaktor sind, zumindest meine, Daten eh mobil. Ganz ohne Cloud.

    • Es ist ein kleiner Slot in der man die miniSD Karte einsteht. Man muss noch nicht mal irgendwas auseinanderbauen, und nicht schaut heraus. Das ist weder kompliziert noch hässlich.
      Dazu: haben Sie viel Offline-Speicher auf ihrem Gerät, müssen Sie davon auch ein Backup machen. Das läuft heutzutage bei großen Datenmenge ja üblicherweise über USB-Platten. Speicher ohne die Möglichkeit, die 100GB Videos und Bilder mal sichern zu können, ist eher gefährlich. Auch hier ein Punkt für Windows der hier in der Betrachtung fehlt.

      Aber ich will gar nicht mit Ihnen über solche Sachen diskutieren, was mich stört ist die Einseitigkeit, das nicht-die-andere-Seite-fragen und das simple Weitergeben von Mainstream-Artikel ohne etwas zu prüfen oder zu hinterfragen.
      Ich schätze WSJ (insb. US) gerade dafür, dass sie nicht einfach der Herde folgen sondern sich bemühen, ausgewogen zu berichten und andere Seiten zu beleuchten. Ihr US-Kollege Herr Mossberg z.B. ist da ein gutes Vorbild was technische Artikel angeht. Ich fände es gut, wenn dieser Geist des Journalismus sich in den Ländern fortsetzen würde.

    • Sorry, ich bin Anonymous.

    • Genau, es ist ein kleiner Slot in der man die miniSD Karte einsteckt. Man muss noch nicht mal irgendwas auseinanderbauen, und nicht schaut heraus. Das ist nicht komplizierter als einen USB-Stick einzustecken, das bekommen auch einfach User hin.

      Dazu: haben Sie viel Offline-Speicher auf ihrem Gerät, müssen Sie davon auch ein Backup machen. Das läuft heutzutage bei großen Datenmenge ja üblicherweise über USB-Platten. Offline-Speicher ohne die Möglichkeit, die 100GB Videos und Bilder mal sichern zu können, ist eher gefährlich. Auch hier ein Punkt für Windows, der hier in der Betrachtung fehlt.

      Aber ich will gar nicht mit Ihnen über solche Sachen diskutieren, was mich stört ist die Einseitigkeit, das nicht-die-andere-Seite-fragen und das simple Weitergeben von Mainstream-Artikel ohne etwas zu prüfen oder zu hinterfragen.
      Ich schätze WSJ (insb. US) gerade dafür, dass sie nicht einfach der Herde folgen sondern sich bemühen, ausgewogen zu berichten und die andere Seiten zu beleuchten. Ihr US-Kollege Herr Mossberg z.B. ist da ein gutes Vorbild was technische Artikel angeht. Ich fände es gut, wenn dieser Geist des Journalismus sich in den Ländern fortsetzen würde. Ein simpler Re-Tweet ist kein Inhalt und kein Mehrwert.

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