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Wie das Netz die Wirtschaft verändert

Adobe verschenkt Photoshop ohne es zu wollen

Screenshot Adobe

Adobe stellt sein Profi-Grafiksoftware-Paket Creative Suit  per Gratis-Download zur Verfügung – zumindest in der Version CS 2 von 2005. Das Software-Paket kostete damals mehr als 2.000 Euro. Das Angebot richtet sich an Altkunden, welche die Software gekauft haben, wie Adobe in einem Foren-Beitrag klarstellt. Demnach gab es technische Probleme mit den Aktivierungsservern, die daher am 13. Dezember deaktiviert wurden.

Um den Kunden der sieben Jahre alten Software die Nutzung dennoch zu ermöglichen, werden spezielle Seriennummern samt Download-Links zur Verfügung gestellt. Die Software richtete sich aber nicht an die Allgemeinheit. Nachdem zahlreiche Tech-Portale, darunter auch WSJ Tech, über den Gratis-Download berichteten, schaltete Adobe die Seite vorübergehend ab. Inzwischen funktionieren die Download-Links aber wieder.

Für Windows und alte Versionen von Mac OS X stehen die Creative Suit 2 kostenlos inklusive Seriennummer zum Download bereit – auch in einer deutschsprachigen Version. Voraussetzung ist lediglich, dass sich der Nutzer per kostenloser Registrierung auf der Website eine Adobe-ID anlegt. Eine Überprüfung, ob der Kunde die Software wirklich gekauft hat, findet nicht statt. Danach stehen Adobes wichtigste Werkzeuge für Profi-Grafiker in der fünf Jahre alten Variante zur Verfügung. Kurz nachdem über den Download berichtet wurde, schienen die Server aufgrund des Ansturms überlastet zu sein.

Auch wenn CS2 offiziell nur Windows 2000 und Windows XP unterstützt, läuft die Software Berichten zufolge auch unter Windows 7, selbst in der 64-Bit-Variante. Damit dürfte sie auch auf dem aktuellen Windows 8 lauffähig sein. Heise Online berichtet allerdings von Problemen unter Windows 7 mit den RAW-Dateien von Digitalkameras.

Die nicht mehr ganz frische Software läuft auf Apples aktuellen Intel-Rechnern nicht mehr – Voraussetzung ist  Mac OS X 10.2.8 bis 10.3.8 mit den Prozessoren PowerPC G4 oder G5. Apples Rechner hatten vor dem Wechsel auf Intel-Prozessoren eine Prozessoren mit der PowerPC-Architektur genutzt, die von heutigen Versionen des Betriebssystems Mac OS X nicht mehr simuliert werden kann. Möglich ist der Betrieb auf aktuellen Macs mit Intel-Prozessoren nur mit einer PowerPC-Emulation, welche Apple nur bis zur Version Snow Leopard ins System eingebaut hatte – nicht mehr in die Nachfolgeversionen Lion und Mountain Lion.

Das Paket umfasst Adobe Photoshop, das weltweit bekannteste Programm zum Bearbeiten von Fotos und anderen Bildern, sowie Acrobat Standard 7.0 zum Erzeugen von PDF-Dokumenten, das PDF-Konvertierungsprogramm Acrobat Pro 8.0, den HTML-Editor Audition 3.0 GoLive CS2, das Vektorgrafikenprogramm Illustrator CS2,  die professionelle Textverarbeitung InCopy CS2, das Layout- und Satzprogramm InDesign CS2 und die Filmbearbeitungssoftware Adobe Premiere Pro 2.0. Auch die abgespeckte Photoshop-Varianten Elements 4.0 und 5.0 sind verfügbar.

Die Programme können jeweils einzeln als Installationsarchiv heruntergeladen werden, die dazugehörige Seriennummer steht direkt neben dem Download.

Update 19:32 Uhr: Auf der Adobe-Download-Seite ist nur noch eine Fehlermeldung zu sehen. Adobe reagierte nicht auf eine Bitte um Stellungnahme.

Update vom 8. Januar, 9:34 Uhr: Offenbar will Adobe die Software nicht allen Anwendern zur Verfügung stellen, sondern nur Kunden, welche die Software bereits gekauft hatten, geht aus einem Foren-Beitrag von Adobe hervor. Demnach gab es technische Probleme mit einem Aktivierungsserver. Um den Kunden dennoch die Nutzung der sieben Jahre alten Software zu ermöglichen, wurden dazu spezielle Seriennummer samt Download zur Verfügung gestellt. Der Download-Link wurde unterdessen wieder aktiviert. Der Artikel wurde entsprechend überarbeitet.

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Kommentare (1 aus 1)

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    • [...] morgen habe ich dann in einem Tweet von Florian Bühler einen interessanten Link zum Blog des WSJ entdeckt und dadurch erfahren, dass die frei zugänglichen Serials kein Geschenk sind, sondern für echte [...]

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