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Wie das Netz die Wirtschaft verändert

Hacker betreiben eigenes Mobilfunknetz

Unter dem Motto „Settings mobile phones free“ berichtete Mark van Cuijk auf dem 29. Chaos Communication Congress (29C3) über den von Hackern aufgebauten Mobilfunkprovider Limesco in den Niederlanden. Hacker, das sind nach der Definition des Chaos Computer Clubs (CCC), der den Kongress ausrichtet, Leute, die kreativ mit Technik umgehen – sie sollten also nicht mit Cyber-Kriminalität gleichgesetzt werden.

Der von einer Community betriebene Mobilfunkprovider hat in diesem Jahr mit einer Handvoll Kunden seine Arbeit aufgenommen. Limesco soll den Nutzern alle technischen Möglichkeiten bieten und will damit dem weltweiten Trend entgegentreten, dass Mobilfunprovider ihren Kunden im Basistarif bestimmte Dienste untersagen. Für einen solchen Eingriff in die Netzneutralität kritisierte der Verein Digitale Gesellschaft zuletzt den Mobilfunkanbieter Vodafone. Bestimmte Dienste wie Instant Messaging, Filesharing in Peer-to-Peer-Netzen oder Internet-Telefonie (Voice over IP) kosten bei Vodafone seit einiger Zeit extra.

“Do it yourself”-Provider

Limesco will den Kunden vollen Zugriff auf das Internet geben – und noch mehr. Die Kunden können einen eigenen Server betreiben, der die Telefongespräche nach dem Protokoll SIP vermittelt. So kann der technikbegabte Limesco-Kunde beispielsweise selbst Telefonkonferenzen einrichten. „Selbst für Telefonkonferenzen verlangen manche Provider Gebühren“, sagte van Cuijk in seinem Vortrag. „Anders als alle anderen Mobilfunkprovider in den Niederlanden jagen die Anteilseigner von Limesco nicht dem Geld der Kunden hinterher“, behaupten die Projektverantwortlichen auf der Website. Van Cuijk zeigte die üblichen Tricks der Provider – zum Beispiel sekundengenau abzurechnen, aber dabei im Kleingedruckten die erste Minute auszuschließen. Solche Tricks soll es bei Limesco nicht geben.

Allerdings fehlte den Hackern zum Betrieb eines eigenen Mobilfunkproviders etwas Entscheidendes: das Mobilfunknetz. Deshalb nutzt Limesco das Netz der Deutschen Telekom in den Niederlanden. Als Vermittler, in der Fachsprache Mobile Network Virtual Operator genannt, dienen die Anbieter Speakup und Elephant Talk.

“EU-Regulierung behindert kleine Anbieter”

Der Einstieg in die Geschäftswelt stellte die Hacker vor ungeahnte Probleme. So sieht van Cuijk die derzeitige Regulierung der Roaming-Gebühren für Gespräche und Datentransfer im Ausland kritisch. Die EU beschränkt zwar den Preis, den der Mobilfunkunde zahlen muss, nicht aber den Betrag, den die Provider untereinander für die Nutzung der eigenen Netze verlangen dürfen. Dadurch bedeute jedes Telefonat und jeder Download im Ausland für viele Provider Verluste. Für große Provider mache das nichts aus – die würden das durch Gebühren in ihren eigenen Netzen wieder ausgleichen, sagte van Cuijk. Für kleine Mobilfunkprovider sei das dagegen ein Problem. „Wir hassen Roaminggebühren und würden sie gerne abschaffen – aber die Preise der anderen Provider im Ausland erlauben uns das nicht“, sagte van Cuijk.

Der Chaos Communication Congress findet seit 1984 jährlich statt. Erstmals seit 1998 kamen dazu die Hacker in diesem Jahr wieder in Hamburg und nicht mehr in Berlin zusammen – das Berliner Congress Centrum platzte regelmäßig aus allen Nähten, Tickets waren binnen Minuten ausverkauft. Diesmal gab es keine Ticket-Limitierung und schon am ersten Tag stürmten nach Angaben von CCC-Sprecherin Konstanze Kurz mehr als 6000 Besucher das Hamburger Congresscentrum – absoluter Rekord.

Eröffnet wurde der Hackerkongress am vergangenen Donnerstag vom amerikanischen IT-Sicherheitsexperten Jacob Applebaum mit einem emotional und sehr persönlichen Appell an die Hackergemeinde, dem Überwachungsstaat entgegenzutreten. „Der CCC ist wie eine Familie für mich“, sagte Applebaum. Er nahm auf das Motto der Eröffnungsrede des Chaos Communication Congress von 2005 Bezug: „We lost the war“, hatten damals der Hacker Rop Gonggrijp und CCC-Sprecher Frank Rieger als vernichtendes Fazit der Arbeit der Hacker gezogen.

Der Überwachungsstaat sei heute zwar Realität und viele Hacker seien – angelockt durch Geld – auf die „dunkle Seite“ gewechselt, indem sie  Systeme zur Kontrolle und Überwachung von Daten schrieben, stimmte Applebaum den Ausführungen von Gonggrijp und Rieger von damals zu. Doch noch immer gebe es auch Hacker, die an freier Software arbeiteten, um sich gegen die Überwachung in totalitären Staaten zu wehren. Als Beispiel sieht er Hacker in der Militärdiktatur Birma. Applebaum selbst warb für die Teilnahme  am Anonymisierung-Netzwerk Tor, das jedem Internetnutzer den freien, unzensierten und nicht überwachten Zugriff auf das Internet ermöglicht.

“Die Welt ist euer Fachgebiet”

Die Hackerkonferenz stand in diesem Jahr unter dem Motto „Not my department“ – eine Anspielung auf die Einstellung vieler Techniker zur Politik: „Das ist nicht mein Fachgebiet – was geht mich das an, was andere mit meiner Technik tun?“ Applebaum hält den Hackern entgegen: „The world is your department“ – die ganze Welt ist euer Fachgebiet.

Wie in den vergangenen Jahren war die Konferenz des Chaos Computer Clubs deutlich politischer als ähnliche Veranstaltungen der Technik-Szene. So berichteten auf dem 29C3 unter anderem die beiden Whistleblower Thomas Drake und William Binney gemeinsam mit ihrer Anwältin von den Erfahrungen, die sie gemacht haben, nachdem sie den US-Auslandsgeheimdienst National Security Agency (NSA) aus Gewissensgründen verließen. Beide ehemaligen hochrangigen NSA-Mitarbeiter warnten in ihrem Vortrag, der Überwachungsstaat sei in den USA dank NSA längst Realität und die Überwachung durch den Geheimdienst würde auch gegen US-Bürger eingesetzt. Alle drei sprachen von vorsätzlicher Missachtung der Verfassung durch die US-Regierung – spätestens seit den terroristischen Anschlägen vom 11. September 2001.

Das Thema der staatlichen Überwachung war auf dem Kongress allgegenwärtig. Ein Teilnehmer des Limesco-Vortrags wollte wissen, ob der von Hackern betriebene Mobilfunkprovider seine Daten an die Regierung weitergebe und eine Abhörschnittstelle bereitstelle. „Ja, wir verkaufen alle Daten an die niederländische Regierung und ermöglichen das Abhören, weil wir dazu gezwungen werden“, antwortete van Cuijk. „Ich sage verkaufen, weil die Mobilfunkprovider wirklich Geld dafür bekommen. In dieser Hinsicht ist es völlig egal, wer der Mobilfunkanbieter ist. Die Regierung hat Eure Daten.“

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Kommentare (1 aus 1)

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    • [...] jährliche Hacker-Treffen des Chaos Computer Clubs – der 29. Chaos Communication Congress – ist vorbei. Wie immer ging es bei dem Treffen der deutschen Hackerszene um Technik, ihre [...]

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