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Griechische Banken halten Yachten-Besitzern die Treue

Screenshot www.atebank.de

Viel ist geschrieben über die bis über beide Ohren staatsverschuldeten Griechen: Und viele Autoren sind zum Schluss gekommen, dass die Griechen nichts zu lachen haben.

Auch die griechische ATE Bank, die ihren Deutschland-Sitz in einem schmucklosen Frankfurter Ladenlokal in der Nähe des Hauptbahnhofs unterhält, hatte nichts zu lachen.

Im vergangenen Jahr patzte sie beim Stresstest und ließ die Veröffentlichung des Jahresberichts 2011 kurzerhand unter den Tisch fallen. Unter den Fittichen des griechischen Staates wurde das 1929 gegründete Institut, dessen Geschäftszweck es war, die griechische Landwirtschaft mit Krediten zu versorgen, schlicht als nicht lebensfähig erklärt.

Was noch lebensfähig war, wurde im Sommer an die Piraeus Bank verkauft – alles nicht schön.

Doch die in der Schuldenkrise arg unter die Räder gekommene ATE Bank, die immerhin noch unter ihrem alten Firmennamen firmieren darf, beweist –möglicherweise unfreiwillig—Humor: Mit dem Slogan „Gemeinsam sind wir stärker“ und mit den Logos beider Geldinstitute versehen, ist das Foto zweier Segler zu sehen.

Griechische Yachtbesitzer, die 11.000 Euro Jahreseinkommen versteuern: war da nicht mal was? Und war es nicht die sagen wir –mangelhaft ausgeprägte –Steuermoral der reichen Griechen, die das Land erst an die Zahlungsunfähigkeit getrieben hat?

Sei’s drum: Wer bei der ATE Bank sein Geld ein Jahr anlegt, kann sich über einen Zinssatz von 1,8 Prozent freuen – immerhin 80 Basispunkte mehr als bei der Deutschen Bank. Und wer jetzt noch skeptisch ist: Die Piraeus Bank S.A. ist Mitglied des griechischen Einlagensicherungsfonds.

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