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Jetzt rettet Klopp auch noch Opel

Martin Oeser/dapd
Hat gut Lachen: BVB-Trainer Jürgen Klopp, hier bei der Präsentation der Partnerschaft mit Opel im Juli.

Fast alles, was Jürgen Klopp, Trainer des Fußball-Bundesligisten Borussia Dortmund, dieser Tage anfasst, scheint zu Gold zu werden: In der Bundesliga nimmt der BVB nach verhaltenem Saisonstart mittlerweile wieder Kurs auf die Champions League, in der aktuellen Königsklassen-Spielzeit ist der Verein die Überraschung schlechthin. Doch damit nicht genug – sogar Opel scheint „Kloppo“ aus dem Tal der Tränen führen zu können.

Opels Engagement bei Borussia Dortmund und die Werbespots mit Klopp zeigen erste Erfolge, lautet das Fazit des New Car Monitor der Meinungsforscher von Forsa Brandcontrol, mit dem der Marketing- und Vertriebserfolg in der Autoindustrie gemessen wird. Nicht nur das Bild der Marke Opel verbessert sich laut den Meinungsforschern, auch das Kaufinteresse steigt seit Bekanntgabe der Zusammenarbeit im Sommer 2012 kontinuierlich an.

Inzwischen habe jeder dritte befragte Neuwagenkaufinteressent vom Sponsoring des amtierenden deutschen Meisters Borussia Dortmund durch Opel gehört. Gaben laut Forsa von jenen Personen im August nur 8 Prozent an, ihr Bild von Opel sei dadurch positiv beeinflusst worden, war es im September schon jeder Zehnte und im Oktober dann sogar 14 Prozent. Der Anteil derjenigen, sie sich den Kauf eines Opels vorstellen könnten, sei in diesem Zeitraum von 5 auf 8 Prozent gestiegen.

„Anders als bei den früher ausgewählten Sängerinnen, mit denen Opel an der Zielgruppe vorbei agierte, messen wir dieses Mal echte Werbewirkung“, erklärt Forsa-Brandcontrol-Geschäftsführer Harald Jossé. „Offenbar ist es dieses Mal gelungen, ein marken- und zielgruppengerechtes Testimonial zu verpflichten.“

In den vergangenen Jahren versuchte der krisengebeutelte Autobauer einiges, um sein Image wieder aufzupolieren. Meist jedoch ohne spürbaren Erfolg. So wurde zum Beispiel die deutsche Eurovisions-Gewinnerin Lena Meyer-Landrut zur Markenbotschafterin ernannt, wirkte bei ihren öffentlichen Auftritten aber ziemlich deplatziert. Und die „lebenslange Garantie“, die Opel 2010 auf die verkauften Neuwagen ausrief, brachte dem Unternehmen viel Ärger: Wettbewerbshüter liefen Sturm gegen die Werbekampagne, da sie irreführende Blickfangwerbung vermuteten.

Im Sommer dieses Jahres verkündete Opel – in den 1990er-Jahren einer der weltweit wichtigsten Fußball-Sponsoren – dann die Rückkehr zum Lieblingsport der Deutschen. Insgesamt hat die Marke mit dem Blitz fünf Bundesligisten unter ihren Fittichen –Mainz 05, Bayer Leverkusen, den SC Freiburg, Fortuna Düsseldorf und eben den BVB.

In Rüsselsheim verspricht man sich, von den Erfolgen der Schwarz-Gelben aus dem Ruhrgebiet zu profitieren und hofft, ein ähnliches Comeback feiern zu können wie der Revierclub. Nach der Fast-Pleite 2004/05 stieg Dortmund in den vergangenen Jahren wie Phönix aus der Asche auf und wurde zwei Mal deutscher Meister und holte 2012 den DFB-Pokal.

Laut Brigitte Pawolski, Leiterin Analyse bei Forsa Brandcontrol, sind die Untersuchungsergebnisse ein wichtiger Teilerfolg für Opel im hart umkämpften deutschen Privatkundenmarkt. Wer den ehrgeizigen Kloppo kennt – wenn auch nur aus dem Fernsehen – dürfte sich sicher sein, dass ihm das wohl lange noch nicht genug sein wird. Weder was den BVB angeht, noch Opel.

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Kommentare (1 aus 1)

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    • Mach et Kloppo!

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