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Bundesregierung bringt endlich Licht in den App-Dschungel

Pünktlich zum nationalen IT-Gipfel in Essen stellte das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) Govapps vor – ein  eigenes App-Verzeichnis, erstellt im Auftrag der Bundesregierung. „Es gibt Millionen von Apps, aber wie finde ich da die richtige? Nutzen Sie GovApps, das neue Angebot der Beauftragten der Bundesregierung für Informationstechnik“ heißt  es wenig bescheiden auf der Startseite.

Dabei bietet Goapps bislang lediglich einen Überblick über sämtliche Apps von Bundes- und Landesbehörden sowie Kommunen – insgesamt  rund 150 an der Zahl. In der Rubrik „Politik“ ist nicht einmal die oft gelobte App des Deutschen Bundestages zu finden. Dafür gibt es dort zum Beispiel den „BMWi“-Newsletter, der den Nutzer über die Energiewende informiert – selbstverständlich nur aus der Sicht des Bundeswirtschaftsministeriums. In der Kategorie „Soziale Netze“ findet sich bislang genau eine App: „Soziale Adressen in Hessen“. Dort finden sich Adressen hessischer Organisationen, Behörden und Netzwerke – ein soziales Netzwerk ist das eher nicht. Und bei den Nachrichten gibt es alles von der Bundeswehr-App bis zur Rheinland-Pfalz-App – aber kein klassisches Nachrichtenportal.

Aus Millionen von Apps die Interessanten auswählen – das ist der Bundesregierung also bislang offenbar noch nicht gelungen. Allerdings zeigt sich das Portal immerhin offen für Vorschläge: Die eigene App kann bei Govapps registriert werden.  Im Fokus sollen aber „öffentliche Apps und solche mit Nutzen für die Allgemeinheit mit dem Fokus auf Deutschland, seinen Regionen und Kommunen“ stehen, heißt es auf der Website.

Sortiert werden können die Anwendungen nach verschiedenen Kriterien wie Region, Betriebssystem und Kategorien wie Bildung, Nachrichten, Reisen und so weiter.  Darüber hinaus hat sich das BSI-Portal der Aufklärung über den Datenschutz verschrieben und macht transparent, auf welche Daten die Apps jeweils zugreifen.

Fragt sich nur, wen das bei der App der Stadtreinigung Hamburg überhaupt interessiert. Eine unabhängige „Stiftung App-Test“, welche einmal die großen populären Apps wie Facebook, Instagram und Co kategorisiert und auf Fallstricke bei Datenschutz und Nutzungsbestimmungen abklopft, würde sicher auf größeres Interesse stoßen.

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